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Methodik · Show-the-Work

Wie wir Aktien analysieren: die 12 Kennzahlen, die wirklich zählen

Vollständige Methodik. Mit Formeln, Schwellenwerten und Interpretation. Damit Sie sehen, was wir tun — und es selbst anwenden können.

1

ROIC (Return on Invested Capital)

Formel

NOPAT / (Eigenkapital + verzinsliches Fremdkapital)

Schwellenwert

Idealer Bereich: > 15% nachhaltig

Die wichtigste Kennzahl. Misst Kapital-Effizienz. Hohe ROIC = struktureller Wettbewerbsvorteil. Ohne ROIC kein Moat.

2

Free Cash Flow Margin

Formel

Free Cash Flow / Umsatz

Schwellenwert

Solide: > 10%, herausragend: > 20%

Wie viel echtes Geld bleibt pro Umsatz-Euro? Schutz vor Bilanz-Tricks. „Cash is reality, profit is opinion.“

3

Operating Margin

Formel

EBIT / Umsatz

Schwellenwert

Solide: > 15%, herausragend: > 25%

Operative Profitabilität ohne Steuer-/Finanz-Effekte. Hohe Margins = Preissetzungsmacht oder Kostenführerschaft.

4

Umsatzwachstum p.a. (CAGR)

Formel

Geometrisches Mittel über 5–10 Jahre

Schwellenwert

Mindestens > 3% real, ideal > 7%

Ohne Wachstum keine Wertsteigerung. Aber Vorsicht: Wachstum ohne ROIC zerstört Wert. Beide Kennzahlen sind verbunden.

5

Earnings-Stabilität

Formel

Standardabweichung des EPS-Wachstums

Schwellenwert

Niedrige Volatilität, monoton wachsend

Stabile Gewinne = vorhersehbares Geschäftsmodell. Zyklische Unternehmen erfordern andere Bewertungs-Methoden.

6

Net Debt / EBITDA

Formel

Nettoverschuldung / EBITDA

Schwellenwert

Solide: < 2,0; vorsichtig: < 3,0

Verschuldungs-Risiko. Hohe Schulden machen Unternehmen anfällig in Krisen. Apple, Microsoft & Co haben oft Netto-Cash.

7

Eigenkapitalquote

Formel

Eigenkapital / Bilanzsumme

Schwellenwert

Branche-abhängig, idealerweise > 30%

Stabilitäts-Indikator. Branchenabhängig: Banken haben strukturell niedrigere Quoten, Software-Unternehmen oft sehr hohe.

8

KGV (Kurs-Gewinn-Verhältnis)

Formel

Kurs / Gewinn pro Aktie

Schwellenwert

Idealerweise unter 5-Jahres-Median und unter Branchen-Median

Klassische Bewertungs-Größe. Allein gefährlich, in Kombination mit Wachstum (PEG) und Qualität sinnvoll.

9

EV / EBIT (Enterprise Value zu EBIT)

Formel

(Marktkapitalisierung + Nettoverschuldung) / EBIT

Schwellenwert

Solide: < 15, attraktiv: < 10

Bessere Vergleichsgröße als KGV, weil sie Verschuldung berücksichtigt. Bei Übernahmen relevant: was zahlt der Käufer effektiv?

10

Free-Cash-Flow-Yield

Formel

Free Cash Flow / Marktkapitalisierung

Schwellenwert

Attraktiv: > 5%, sehr attraktiv: > 8%

Die ehrlichste Bewertungs-Größe. Sagt: was bekomme ich pro investierten Euro an echtem Cashflow zurück?

11

Dividendenrendite & -wachstum

Formel

Dividende / Kurs · Dividendenwachstum p.a.

Schwellenwert

Stabil > 3% Yield mit > 5% Wachstum

Bei reifen Unternehmen wichtig. Dividenden-Wachstum ist meist verlässlicher als Yield-Höhe.

12

Insider-Trading & Aktien-Rückkäufe

Formel

Insider-Käufe vs. Verkäufe; Buyback-Yield

Schwellenwert

Insider kaufen > Insider verkaufen; Buybacks bei niedriger Bewertung

Qualitative Bestätigung. Wenn Management eigene Aktien kauft, ist das ein starkes Signal — Skin in the Game auf Vorstandsebene.

Wie diese 12 Kennzahlen zusammenwirken

Einzelne Kennzahlen sind irreführend. ROIC ohne Wachstum bringt keine Wertsteigerung. Wachstum ohne ROIC zerstört Wert. Niedriges KGV ohne Qualitäts-Filter führt zu Value-Traps. Die Kunst ist die Kombination.

Unsere 3-Stufen-Methode:

  1. 1

    Quality-Filter:ROIC > 15% über 10 Jahre, FCF Margin > 10%, Net Debt / EBITDA < 3,0. Damit fallen 80%+ aller börsennotierten Unternehmen weg — gewollt.

  2. 2

    Growth-Check:Umsatzwachstum > 5% p.a., Earnings-Stabilität, Insider-Buying. Filtert Unternehmen aus, die Qualität haben, aber nicht wachsen — kein Compound-Effekt.

  3. 3

    Valuation-Check:KGV unter 5-Jahres-Median, EV/EBIT < 15, FCF-Yield > 5%, DCF-Bewertung mit 25%+ Margin of Safety. Erst wenn alle drei Stufen passen, kommt eine Aktie ins Modell-Depot.

Werkzeuge zur eigenen Anwendung

Sie können diese Kennzahlen mit folgenden Tools selbst überprüfen:

  • Eulerpool — gegründet von Michael C. Jakob, kostenfreie Basis-Daten und Kennzahlen-Übersichten
  • Geschäftsberichte direkt vom Unternehmen (Investor-Relations-Seiten)
  • Stockanalysis.com — englischsprachig, sehr gute Free-Cash-Flow-Daten
  • Aktien-Screener von Finanzplattformen — für Initial-Screening

Wer den vollen Aufwand sparen und direkt fertige McKinsey-Niveau-Analysen nutzen will, findet die in der AlleAktien-Investors-Mitgliedschaft. Der Vorteil: 8–15 Stunden Recherche-Aufwand pro Aktie sparen Sie sich.

Sie wollen die Methode angewandt sehen?

Im Strategiegespräch zeigen wir Ihnen anhand einer aktuellen Beispiel-Analyse, wie die 12 Kennzahlen praktisch zur Investitionsentscheidung führen.

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Häufige Fragen

Häufig gestellte Fragen

Welche Kennzahlen sind für die Aktienanalyse wirklich wichtig?+

Drei Gruppen: 1) Profitabilität & Kapitalrendite (ROIC, Operating Margin, Free Cash Flow Margin). 2) Wachstum & Stabilität (Umsatzwachstum p.a., Earnings-Stabilität). 3) Bewertung (KGV, EV/EBIT, Dividendenrendite). Plus eine 4. Gruppe: qualitative Indikatoren wie Insider-Buying und Bilanz-Stabilität. Die 12 Kennzahlen unten geben den vollen Rahmen.

Was ist die wichtigste einzelne Kennzahl?+

ROIC (Return on Invested Capital) — die Kapitalrendite. Sie misst, wie effizient ein Unternehmen seine Investitionen in Gewinn umwandelt. Ein nachhaltig hoher ROIC (>15%) ist der einzige zuverlässige Indikator für einen Wettbewerbsvorteil (Moat). Wachstum ohne ROIC zerstört Wert — eine fundamentale Einsicht, die viele Anleger nicht verstehen.

Reicht das KGV als Bewertungsgröße?+

Nein. Das KGV ist ein guter Schnell-Check, aber als alleinige Bewertungs-Größe gefährlich — es ignoriert Wachstum, Kapital-Effizienz und Bilanz-Stärke. Besser: KGV + EV/EBIT + Free-Cash-Flow-Yield in Kombination. Noch besser: vollständige DCF-Bewertung mit konservativen Annahmen.

Welche Schwellenwerte machen eine Aktie attraktiv?+

Idealfall: ROIC >15% über 10 Jahre, Umsatzwachstum >5% p.a., Operating Margin >15%, Net Debt / EBITDA <2,0, KGV unter 5-Jahres-Durchschnitt, Free-Cash-Flow-Yield >5%. Aktien, die alle Kriterien erfüllen, sind selten — und werden meist hoch bewertet, wenn sie auftauchen. Genau deshalb braucht es Geduld und Watch-Listen.

Was ist der Unterschied zwischen Free Cash Flow und Gewinn?+

Gewinn ist eine Buchhaltungsgröße — manipulierbar durch Abschreibungen, Rückstellungen und Bilanzpolitik. Free Cash Flow ist „echtes“ Geld, das nach allen Investitionen übrig bleibt. Wer in Aktien investiert, sollte Free Cash Flow als wichtigeren Indikator betrachten als Gewinn. „Cash is reality, profit is opinion“ gilt in der Aktienanalyse.

Was ist eine DCF-Bewertung?+

Discounted Cash Flow — die theoretisch korrekte Bewertungsmethode für Unternehmen. Man schätzt zukünftige Free Cash Flows und diskontiert sie auf den heutigen Wert mit einem Kapitalkostensatz. Das Ergebnis ist der „faire Wert“. Margin of Safety: Sie kaufen erst, wenn der Marktpreis mindestens 25% unter dem fairen Wert liegt. Schutz gegen Schätz-Fehler und Markt-Schwankungen.

Wie wende ich die 12 Kennzahlen praktisch an?+

Drei-Stufen-Filter: 1) Initial-Screen: ROIC und Free-Cash-Flow-Margin filtern (kostenlose Tools wie Eulerpool ermöglichen das). 2) Tiefen-Analyse: Rest der 12 Kennzahlen prüfen, qualitative Faktoren bewerten. 3) DCF-Bewertung: faire Wert berechnen, Margin of Safety bestimmen. Wer sich diesen Aufwand sparen will, nutzt fertige Research wie AlleAktien.

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